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Schüler ehren Heiko Ploeger

18. Jan, 2013 | von | Kategorie: EBS in der Presse

Gedenkveranstaltung in der Ernst-Barlach-Realschule

Herford. Am 15. September 1944 schrieb Heiko Ploeger einen Abschiedsbrief an seine Angehörigen.
Seine letzten Worte sind zugleich sein Vermächtnis:
„Ich hoffe, dass ein freieres Deutschland für Euch entsteht. Ich habe dafür gestrebt und gelitten. Deutschland wird es anerkennen.“
Anerkennung lassen die Schüler der Ernst-Barlach-Realschule dem Metallarbeiter am Freitag, 25. Januar, in einer Gedenkveranstaltung zuteil werden. Im März vergangenen Jahres
hat der Stadtrat eine neue Form des Gedenkens an den von der NS-Justiz ermordeten Herforder Heiko Ploeger beschlossen.
Herforder Schulen, Schulklassen, schulische Arbeitskreise undandere schulische Organisationsformen sollen künftig jährlich neu und in eigener Verantwortung ihre eigenen Ausdrucksformen und Inhalte finden, um das offizielle Gedenken der Stadt an Heiko Ploeger zu gestalten. In den vergangenen Monaten haben Schüler der Ernst-Barlach-
Realschule mit großem Engagement das erste Programm dieser Art erarbeitet. Die etwa einstündige Veranstaltung findet am Freitag, 25. Januar, 17 Uhr in der Aula der Ernst-Barlach-
Schule statt.
Ploeger war am 12. Juli 1898 in Leer, Ostfriesland geboren worden. Nach der Volksschule erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers. Als 17-jähriger meldete er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zur Marine. In den Anfangsjahren der Weimarer Republik wurde Ploeger immer wieder arbeitslos. 1928 lernte er die Herforderin Henny Niederbeckmann kennen.
Sie heirateten und bezogen eine bescheidene Wohnung in der Johannisstraße. Ploeger trat der Metallarbeiter- Gewerkschaft und der SPD bei. Zusätzlich engagierte er sich im Arbeiter-Radio-Bund und dem Arbeiter-Schachverein. Nach 1933 beteiligten sich Henny und Heiko Ploeger an Flugblattaktionen gegen das NS-Regime. Seit 1937 arbeitete Ploeger bei den Dürkopp-Werken in Bielefeld. Er organisierte einen Gesprächskreis von Kollegen, die er regelmäßig mit Informationen ausländischer Radioprogramme versorgte. Gemeinsam entwickelten sie Ideen für ein besseres Deutschland.
Das Hören ausländischer Sender und Verbreiten der Inhalte galt als „Rundfunkverbrechen“. Ploeger wurde verhaftet, als „gefährlicher Hetzer und Kriegsverbrecher“ zum Tode verurteilt und am 15. September 1944 hingerichtet. Henny Ploeger zerbrach an diesem Unrecht. Sie erkrankte an Krebs und starb ein halbes Jahr nach der Ermordung ihres Mannes.

Erinnerung auf dem Ewigen Frieden: Der Grabstein des von den Nazis ermordeteten Widerstandskämpfers Heiko Ploeger. FOTO: KIEL-STEINKAMP

 

(c) NW vom 17.1.2013