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„Die Ernst-Barlach-Realschule ist weiter existent“

24. Nov, 2016 | von | Kategorie: EBS in der Presse

Debatte im Schulausschuss: Rektoren und Politiker äußern Bedenken gegenüber einer zweiten Gesamtschule. Christdemokraten kritisieren Beigeordnete. Eine weitere Gemeinschaftsschule dieser Art sei mit der CDU nicht zu machen


Herford. Die für Bildung zuständige Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann musste im Schulausschuss Kritik einstecken. Im Interview mit der NW hatte sie vergangenen Samstag gesagt, dass die Verwaltung eine zweite Gesamtschule präferiere. Neben der CDU halten vor allem die Rektoren der beiden davon betroffenen Schulen – Ernst-Barlach-Realschule und Gesamtschule Friedenstal – den Vorstoß für unangemessen.


„Wir sind uns alle einig, dass die Schulentwicklungsplanung wichtig ist“, sagte der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Rühl (SPD). Es sei aber auch Aufgabe der Planer, die beteiligten Schüler, Eltern und Lehrer mitzunehmen. Bei vielen Familien sei am vergangenen Samstag der Eindruck entstanden, dass es für die Verwaltung quasi feststehe, dass die zweite Gesamtschule kommt. In dem autorisierten Interview mit der NW hatte die Beigeordnete unter anderem gesagt: „Die Verwaltung hat für sich eine interne Bewertung vorgenommen, nach der die Vorteile einer zweiten Gesamtschule überwiegen.“


Auch aus den Kreisen der anderen Fraktionen gab es Kritik dafür, dass den Ergebnissen des Arbeitskreises Schulentwicklungsplanung vermeintlich vorgegriffen werde. Während es in der SPD unterschiedliche Meinungen zum Thema Gesamtschule geben soll, sind sich die Christdemokraten einig. „Die CDU steht nicht am Anfang der Diskussion“, sagte der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Rußkamp. „Mit uns wird es eine zweite Gesamtschule in Herford nicht geben.“ Rußkamp ist der Meinung, dass die bestehende Gesamtschule Friedenstal „sofort den Bach runtergehen werde“, sobald eine zweite Schule gleicher Form eröffnet würde. Auch das Problem der Abschulungen werde so nicht gelöst. Es ginge um eine rein ideologische Haltung. Rußkamp: „Das ist eine verlogene Debatte.“


Rainer Voßmeier, Mitglied des Arbeitskreises Schulentwicklungsplanung und Rektor der Ernst-Barlach-Realschule, hielt sich ebenfalls nicht mit Kritik zurück. „Wir sind im Arbeitskreis noch nicht an der Stelle, dass wir Lösungen präsentieren können.“ Dass inzwischen offen über ein mögliches Auslaufen seiner Realschule zu Gunsten einer neuen Gesamtschule diskutiert würde, verunsichere nicht nur Lehrer, Schüler und Eltern. „Das sorgt auch für Unruhe im Vorfeld der Anmeldetermine im Februar und März.“ Voßmeier befürchtet, dass sich viele Eltern nicht mehr für die Realschule entscheiden könnten, aus Angst, das ihre Kinder dort keine langfristige Perspektive mehr haben.


„Ich kann nur deutlich betonen, die Ernst-Barlach-Realschule ist weiterhin existent“, so Voßmeier. „Schüler, die sich bei uns für das nächste Jahr anmelden, werden auch in sechs Jahren ihren Abschluss machen können.“


Auch Heike Schmitz-Ibeling, Leiterin der Gesamtschule Friedenstal, zeigte sich verwundert angesichts der Positionierung der Verwaltung. Sie bat bei aller Wertschätzung für ihre Schule allerdings auch um einen bewussteren Sprachgebrauch. „Unsere Schule wird nicht den Bach runtergehen“, betonte Schmitz-Ibeling und verwies auf die Auszeichnungen, die die Herforder Gesamtschule in den vergangenen Jahren bekommen hat. „Friedenstal hat nicht an Qualität verloren, im Gegenteil.“ Das Kollegium habe angesichts der sinkenden Anmeldezahlen im Gegensatz zur steigenden Zahl der Seiteneinsteiger schwierige Aufgaben zu meistern. „Aber ich bin zuversichtlich, dass sich die Zahlen stabilisieren werden.“


Birgit Froese-Kindermann betonte, die Äußerungen der Verwaltungen seien lediglich eine Bewertung, noch lange kein Beschluss.


Der Arbeitskreis, der aus Vertretern von Schule, Politik und Verwaltung besteht, trifft sich erneut am 17. Januar. Laut Verwaltungsvorlage könnte dann im Februar eine fertige Schulentwicklungsplanung verabschiedet werden.


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09 – Herford, Mittwoch 16. November 2016