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Berufsparcours 2016

24. Nov, 2016 | von | Kategorie: EBS in der Presse

berufeparcours2016Auf Entdeckungstour in den Arbeitsalltag Ernst-Barlach-Schule: Acht Ausbildungszweige stellten sich gestern Neunt- und Zehntklässlern bei einem Berufsparcours vor Von Peter Steinert Herford. Speeddating für den Arbeitsalltag: 15 Minuten in der Gastronomie, eine Viertelstunde beim Küchenbauer, und noch einmal die selbe Zeit als Kaufmann im Gesundheitsgewerbe. Acht Berufszweige stellten sich gestern Neunt- und Zehntklässlern der Ernst-Barlach-Schule bei einem Berufsparcours vor, auf dem die Jugendlichen ihre mögliche Berufsausbildung kennenlernen konnten. „Ein Drittel unserer Schülerinnen und Schüler weiß schon konkret, was es nach der Realschulzeit machen will. Ein weiteres Drittel hat Vorstellungen, ist aber noch auf der Suche. Und das verbliebene Drittel hat noch gar keinen Plan“, sagt Betreuungslehrerin Anja Wiedemann.   Orientierungshilfe bei der Berufswahl leistete das Technikzentrum Minden-Lübbecke, das deutschlandweit an 200 Tagen im Jahr unterwegs ist, um den Kontakt zwischen Unternehmen und Schulen aufzubauen. „Wir haben heute so viele Berufe, das niemand mehr durchblickt. Allein in Herford gibt es über 250 Ausbildungsberufe“, sagt die Geschäftsführerin der Technikzentrums, Karin Ressel. Für die Schülerinnen und Schüler gehe es bei dieser Gelegenheit darum, die Fähigkeiten besser einschätzen zu können und um sich ein Bild von diesem oder jenem Berufszweig zu machen. Ressel: „Dabei können die Jugendlichen etwa den Beruf des Werkzeugmechanikers entdecken.“ Oder den des Soldaten. Stabsfeldwebel Werner Matzkeit berichtete, dass es bei der Bundeswehr 1.800 verschiedene Verwendungen gebe. Wobei der Uniformiere nicht nur Zahlen präsentierte. Einer Freiwilligen setzte er einen Helm auf den Kopf und dann einen 30 Kilo schweren Rucksack auf den Rücken. „Wenn die nicht mehr kann, dann nehme ich ihr im Ernstfall das Marschgepäck ab. Und wenn sie dann immer noch nicht kann, dann greift die Kameradschaft“, sagte Matzkeit und schulterte die Zehntklässlerin. Während die 16-Jährige wieder auf ihre eigenen Beine gestellte wurde und sich zu orientieren versuchte, gab Mitschülerin Aylin Gündak nebenan am Tisch des Beschlägeherstellers Hettich ihr Bestes. Wie und wo welche Schraube gesetzt werden musste, das sagte ihr Hettich-Mitarbeiter Sven Oevermann. Dass sie bei einem Großen der Branche am Tisch saß und dass der Beschläge für fast alle Möbelteile herstellt, wusste Aylin Gündak nicht. „Ja“, grübelte die Barlach-Schülerin, Produkte von Hettich könnten auch bei ihr Zuhause sein. „Im Keller?“ Aber, wer weiß schon alles. So saßen Rebecca Ross, Jana Schröder, Nicole Francki und Julia Dimitrierska nebeneinander und beweisen ihre Kenntnisse in Sachen Nahrungsmittel. Welches Produkt in welchem Glas war, das ließ sich schnell bestimmen – aufwendiger wird sich wohl die Berufswahl gestalten. Drei der Schülerinnen wussten es noch nicht. Die vierte im Bunde hatte grobe Vorstellungen von ihrem künftigen Beruf. „Sozialversicherungsangestellte, Fachkraft für Lebensmittel oder etwas in der Art“, wolle sie werden.   Konkreter gestalteten sich die Vorstellungen von Timon Stachowski und Alina Kail. Während die Schülerin längst den hölzernen Poggenpohl-Bausatz mit Schrauben, Scharnieren und Holztafeln zusammengesetzt und wieder auseinandergenommen hatte, prüfte ihr Nachbar noch den akkuraten Verschluss des Kästchens. „Die Damen sind vom Handwerklichen geschickt und nicht selten schneller“, lobte Mitarbeiter Mathias Plaßmann. Dennoch wird Alina Kail wohl keine künftige Kollegin werden. „Als nächstes mache mein Abi“, sagte die Zehntklässlerin, die zu den 80 Prozent zählt, die nach der „10“ nicht direkt in den Arbeitsmarkt wechseln. Timon Stachowski gehört dagegen zu den verbliebenen 20 Prozent. „Doch“, sagt der 16-Jährige, „eine Ausbildung bei Poggenpohl, das kann ich mir vorstellen.“

© 2016 Neue Westfälische 09 – Herford, Dienstag 20. September 2016